Ich komme gerade von dem Wochenende an dem wir in der Jahresgruppe drei Tage lang mit unseren Ahnen gearbeitet haben. Es was das intensivste Seminar, dass ich je gegeben habe. Seit einigen Jahren bin ich selbst auf dem Weg mit meinen Ahnen in Kontakt zu treten und die Ahnenlinien zu heilen.

Als ich 2023 in den USA war und eine alte Freundin besucht habe (die mit Ahnenheilung arbeitet), da kam zu mir die Erkenntnis, dass die Türe zu meinen Ahnen verschlossen ist, und dass es so nicht sein soll.

In mir wuchs der Wunsch diese verschlossene Türe zu öffnen, um die Verbindung zu meinen Ahnen wieder herzustellen. Ich habe mich auf den Weg gemacht und meine Ahnen haben den Ruf wahrgenommen und sind mir entgegengekommen. Ich bin unendlich dankbar für diese wiedergewonnene Verbindung, für die Unterstützung, die Führung, den Rat und Schutz.

Ich habe schon einiges in aller Kürze dazu geschrieben (uns es gibt auch ein Youtube Video zu Ahnenheilung). Aber jetzt ist der Impuls sehr klar da, die Wichtigkeit des Themas weiter auszuführen…

Dieses Wochenende hat mich tief bewegt, beeindruckt, überrascht und herausgefordert (wegen der immensen Kraft meiner Ahnen, die mich begleitet haben und an die ich mich erst gewöhnen musste). Auch wenn ich das vorher schon gehört habe, dass ich aus einer Linie von Heilern komme, weiß ich das seit diesem Wochenende mit einer unerschütterlichen Gewissheit, weil ich diese mächtigen Ahnen erfahren habe. Sie waren da mit mir, haben durch mich gewirkt und mir gezeigt, wer sie sind und auch was sie können. Ich bin tief beeindruckt und berührt.

Sie haben mir die Chance gegeben meine Komfortzone zu verlassen und Dinge zu tun, die ich noch nie in einem Retreat gemacht habe. Und dennoch war alles so klar, so getragen und alles so auf den Punkt, dass ich am Ende gestaunt habe, wie alles, was wir bewegt haben, an drei Tagen überhaupt Platz gefunden hat. Als hätten wir ein paar Tage extra geschenkt bekommen, damit alles geschehen kann, was wichtig und notwendig ist. Ich fühle mich, als wären wir von einer langen Reise heimgekehrt.

Die große Wichtigkeit und Tiefe dieser Arbeit ist mir nochmal mehr bewusst geworden und das ist auch der Grund, warum ich jetzt darüber schreibe…

Der Widerstand sich mit der Ahnenreihe zu beschäftigen war bei einigen, wenn nicht der Mehrheit der Teilnehmenden zu Beginn groß. Und es war so schön zu sehen, wie sich im Laufe der Tage die Abwehr zu einer Hinwendung und Neugierde verwandelt hat. Wie sich etwas geöffnet hat, was vorher verschossen war.

Wie bei mir damals. Vor sehr vielen Jahren wollte ich meinen Nachnamen nicht mehr weitertragen. Für mich stand mein Nachname für Respektlosigkeit, Gewalt, und Trennung. Denn mein Nachname stammt aus der Linie väterlicherseits meines Vaters.

Mittlerweile tragen ich ihn mit erhobenem Kopf und kann sagen: Das ist nicht die Familie, die ich mir gewünscht habe, aber es ist meine Familie. Auch wenn es Trennung, Abbrüche, Respektlosigkeit, Unberechenbarkeit und auch Gewalt gegeben hat. Keine Familie, die sich je nach Familie angefühlt hat. Aber ein Verständnis für das, wo ich herkomme, und wo meine Eltern, Großeltern und frühere Vorfahren herkommen.

Und dann gibt es noch die ganze Reihe an Ahnen dahinter. Jene, die mir zur Seite stehen, wie meine Kernfamilie es nie getan hat. Die mir den Rücken stärken und mir wohlgesonnen sind. Und genau diejenigen brauchen wir.

Bei dem Retreat hat sich eine tiefe Ehrfurcht in mir und dem Raum ausgebreitet, mit all den Stammbäumen und Genogrammen, die teilweise bis zu Beginn des 19 Jahrhunderts zurück gingen. Mit Schwarz-Weiß Bildern von Urgroßeltern und deren Großeltern, mit Büchern und niedergeschriebener Familiengeschichte… es war eine Reise in die Vergangenheit und ein Raum gefüllt mit Ahnen. Den sichtbaren auf den Bildern, wie den unsichtbaren, die für mich deutlich spürbar waren..

Und ich kann in der Bilanz nach diesem Wochenende sagen, aus der Rückmeldung der TeilnehmerInnen und meinem eigenen Erleben, dass Dinge geschehen sind, die vorher nicht möglich waren. Seitdem ist etwas anders. Plötzlich sind andere Wege begehbar, ist da mehr Ruhe, mehr Frieden und Klarheit, mehr Erdung. Durch die Rückverbindung mit unseren Ahnen erfahren wir einen, für manche nie gekannten Rückhalt und eine Stärke, die es uns ermöglicht unseren Platz hier auf der Erde und in dieser Ahnenreihe ganz anders einzunehmen. Und das öffnet Türen zu neuen Möglichkeiten.

Es ist ein Gefühl des Eingebettet seins in eine Familie, die über die Ursprungsfamilie weit hinausgeht. Die Kraft und das Potenzial der Ahnen zu erfahren, die so weit zurück liegen, dass sie schon da waren, bevor all das Trauma hineingesickert ist und die Farbe des Flusses verändert hat, der durch die Ahnenlinie fließt. In einer Aufstellung fiel das Wort „ausbluten“. Wenn schlimmes passiert ist, dann blutet es aus in den Fluss des Lebens, der durch alle hindurchfließt, die danach gekommen sind. Es wird Teil unserer Zellen und unserer DNA. Die Angst, der Schrecken, Terror, Vertreibung und Vernichtung. Wir spüren sie, auch wenn wir sie nicht selbst erlebt haben.

Wie heilsam ist es, wenn wir dann die Ahnen hinter uns und an unserer Seite spüren, die in ihrer liebevollen Kraft sind und uns aus ganzem Herzen unterstützen möchten.

Unsere Ahnen wünschen sich die Verbindung zu uns. Sie wünschen sich, dass wir sie wahrnehmen, sie wollen uns unterstützen!

Früher waren sie ein fester Bestandteil unseres Lebens, bevor wir die Verbindung zu Ihnen verloren haben. Mir kommt der Film Moana (von Walt Disney) in den Sinn, In denen die Ahnen das selbstverständlichste der Welt sind.

Ich bin tief berührt von dem, was an diesem Wochenende passiert ist. Von den zu Anfangs verschlossenen Türen, die aufgegangen sind. Von all den Tränen, die alle geweint haben, dem Frieden, der Verbindung und dem Vertrauen, dass in einer großen Tiefe entstanden ist. Von all dem Neuen, das auf einmal da und möglich war. Ohne Anstrengung, sondern ermöglicht durch das eingebettet sein, durch die Rückverbindung.

Rückhalt und Verbindung sind unsere tiefsten Grundbedürfnisse. Wenn wir beides spüren, dann hat unser Körper die Chance sich der Schwerkraft hinzugeben. Dann können wir loslassen und vertrauen. Uns hingeben und uns leiten lassen. Wir brauchen dann nicht mehr kämpfen oder kontrollieren (oder zumindest weniger, denn auch daran darf man sich langsam gewöhnen). Weil wir beschützt sind. Ich kenne wenige, die das in ihrer Herkunftsfamilie erfahren haben.

Ich danke meinen Ahnen und denen aller TeilnehmerInnen der Jahresgruppe für diese besonderen und tief berührenden Tage. Und meiner Freundin Jill, die mir vor drei Jahren den Anstoß gegeben hat, mich an jene zu wenden, die für mich die Türen geöffnet haben.